Gorbach

Büro für Gestaltung
und Realisierung

Jahreskurs Typografie
Termine und Seminarbeschreibung

21. und 22. Oktober 2011
Einführung, Grundlagen und Gestaltungsbasis

Der viersemestrige Jahreskurs beginnt mit den heutigen Grundlagen für Typografie und Gestaltung. Er beantwortet auch die Frage, was für Kultur und Wirtschaft wesentlich ist. Dabei sind kommunikative Aspekte der Typografie besonders hervorgehoben, das nötige konzeptionelle Denken für Designprozesse wird erläutert. Einfaches
Gestalten kann schon viele Lösungen bringen.

Gestaltung auf der Fläche führt in den Problemkreis ein. Die Zusammenhänge von Fläche und Form, Schrift und Fläche, Punkt und Linie, sowie Spannung, Symmetrie, Gliederung und Rhythmus sind einige der Themen. Und zu allem gibt es Detailaufgaben, die von den Teilnehmern erarbeitet werden.

Historische Aspekte wie die Frühgeschichte der Schrift und visuelle Kommunikation werden herausgegriffen. Als Kontrast dazu wird ein Bereich der Typografie im 20. Jahrhundert, nämlich die des Bauhauses, dargestellt.

25. und 26. November 2011
Komposition und Typografie als Basis

Aufbauend auf Grundlagenübungen geht es zunächst um kompositionelle Möglichkeiten der typografischen Gestaltung. Der Umgang mit Elementen auf der Fläche steht dabei im Mittelpunkt und ist die Basis für die spätere angewandte Gestaltung.

Im zweiten Teil wird die Mikrotypografie als Grundlage der Typografie beleuchtet. Die Mikrotypografie ist eine wesentliche (und oft missachtete) Voraussetzung für eine gelungene typografische Gestaltung. Hier wird viel Wert darauf gelegt, dass diese Probleme durchdacht und Lösungen dafür gefunden werden.

Ein Rückblick auf die Typografie und Schrift seit Gutenberg schafft brauchbare historische Bezüge zu heute.

13. und 14. Januar 2012
Mikrotypografie, Seitenaufbau

Von Buchstabendetails über Abstände von Zeichen, Wörtern, Zeilen, Rändern bis zu Hervorhebungen und Visualisierungen auf der Seite gibt es enorm viele gestalterische Möglichkeiten. Daraus folgt fast nahtlos der Seitenaufbau, der anhand von Buchseiten erläutert wird. Buchseiten deshalb, da Bücher die Basis der ypografischen
Möglichkeiten gebildet haben. Und zu allem gibt es Detailaufgaben, die von den Teilnehmern erarbeitet werden. Die Aufgaben, die im vorhergegangenen Teil gestellt wurden, werden jeweils besprochen und diskutiert. Mikrotypografie in der InDesign-Anwendung erläutert
Catherine Avak.

Der Lesbarkeit von Schrift und Typografie und deren Theorien ist ein besonderer und aktueller Abschnitt gewidmet. Ein historischer Abriss berichtet über die Schrift vom Beginn der Barockzeit bis zum 19. Jahrhundert.

10. und 11. Februar 2012
Die Druckschrift

Es gibt eine Systematik der Druckschriften, eine Schriftklassifikation, die die verschiedenen Schriftarten einzuteilen versucht. Das ist nicht ganz einfach, aber in den Grundzügen plausibel. Das Wissen um Schriftästhetik in ihrer reinen Form oder einer Schriftmischung,
Schriftveränderung und Qualität durch Digitlisierung, Schriften unter dem Weltmarkt-Diktat Windows und der Charakter einer Schrift sind Voraussetzungen, um mit Schrift umzugehen. Schließlich geht es um die Wahl einer Druckschrift und die Aspekte hierzu. Zahlreiche Aufgaben und Übungen, die jetzt auch die Gestaltung mit beinhalten, begleiten dieses Seminar. Schrift kommt von Schreiben. Darüber referiert der Type-Designer Oliver Linke. Ein historischer Aspekt behandelt typografische Aspekte der Schriftentwicklung vor allem im 20. Jahrhundert.

20. und 21. April 2012
Buchgestaltung

Die Buchgestaltung gilt als eine der wichtigsten Verfahrensquellen für Typografie. Aufbauend auf den Grundlagen von Typografie, Schrift und Gestaltung wird hier die Basis von Textbüchern erarbeitet. Das bedeutet, dass Bücher grundsätzlich für Leser, also Benutzer,
gestaltet werden. Buchformate, Proportionsverhältnisse des Satzspiegels, die Visualisierung von Texten durch Hervorhebungen, Überschriften und andere Besonderheiten im Lesetext gehen mit der gezielten Schriftwahl eine Symbiose ein. Schließlich ist auch die Materialwahl des Druckträgers Papier von großer Bedeutung. Ein Exkurs befasst sich mit der Gestaltung von Buchumschlägen, wobei generell das Buch als Ganzes betrachtet wird. Die Teilnehmer/innen erarbeiten als Aufgabe eine komplette Textbuchgestaltung. Besprochen werden zudem die vorliegenden Aufgaben zur Druckschrift. Historische Betrachtungen der Buchgestaltung von ihren Reformen um 1900 bis etwa 1933 geben vertiefende Einblicke.

11. und 12. Mai 2012
Farbe und Gestaltung, Wahrnehmung

Die Kenntnis über Aspekte der visuellen Wahrnehmung ist für Gestalter wesentlich, um Entscheidungen richtig zu treffen.

Typografie kann farbig ihre Wirkung stark verändern. Das führt dazu, dass man sich hier grundsätzlich mit der »Farbe an sich« beschäftigt. Farben sehen, die Wirkung von Grundfarben, Farbstimmungen durch Kontraste, visuelle Farbprogramme und deren Anwendung sind weitere Themen.

Ilona Amann, die an den Akademien in Stuttgart und München Farblehre betreut, spricht über Farbe in den verschiedenen Kulturen und leitet umfangreiche praktische Übungen zur Komposition mit Farben an.

15. und 16. Juni 2012
Gestaltungsraster, Komposition und Ordnung

Komposition hängt von Flächen und Proportionen ab und deshalb kommt man an Systemen nicht vorbei. Rastersysteme finden sich auf sehr vielen gestalteten Objekten. Wir kennen sie vor allem in der Architektur, im Corporate-Design, Info-Systemen, Zeitschriften, Büchern und mehr. Schließlich bedeutet Integrale Gestaltung den
verdichteten Umgang mit Typografie, Bild, Fläche und Farbe zur Komposition. Die Geschichte der Proportionssysteme ergänzt und erläutert das Grundthema. Die Buchgestalterin Christiane Gerstung wird dabei als Gastreferentin erläutern und anleiten.

13. und 14. Juli 2012
Prospekte, Flyer, Folder, Werbe- und
Informationsbroschüren

Mit einer Betrachtung des Zusammenhangs von Ästhetik und Werbung beginnt der Teil, in dem nun praktische Anwendungen vorherrschen. Typografisch gestaltete Prospekte und Broschüren bis zu Geschäftsberichten werden analysiert. Ein Exkurs befasst sich mit
Warenkatalogen und ein weiterer mit Aspekten der Packungsgestaltung. Eine thematische Aufgabe dreht sich um eine Imagebroschüre, die von den Teilnehmern erarbeitet wird. Die Aufgaben des vorangegangenen
Teils des Jahreskurses Typografie werden diskutiert. Ein
historischer Rückblick erläutert die typografische Entwicklung von 1900 bis etwa 1940.

19. und 20. Oktober 2012
Anzeige und Plakat. Gestalten von Printmedien

Die vorausgegangenen Grundlagen und die bereits erarbeiteten Anwendungen führen nun zu Aufgaben wie Anzeigen und Plakate. Erläutert wird dies anhand der jeweiligen Geschichte. Rundblicke in der heutigen Zeit ergänzen dies und erlauben auch den Blick auf die Typografie »draußen«. Ein Exkurs gilt den Personalanzeigen in Zeitungen. Spezielle Bereiche der Plakatgestaltung folgen. Nun gibt es thematische Aufgaben zu Plakat und Anzeigen, die von den Teilnehmern erarbeitet werden. Besprechung der Aufgaben aus dem letzten Modul folgen wie üblich. Ein historischer Rückblick umfasst die Geschichte des Plakates und von Werbeanzeigen. Ein weiterer Exkurs gilt der Geschichte der Typografie der 70er und 80er Jahre des 20. Jahrhunderts.

23. und 24. November 2012
Corporate Design

Corporate Design ist ein schwieriges Thema, in dem bereits eine gewisse Könnerschaft gefordert wird. Aber Corporate Design fängt auch einfach, bei kleineren Firmen, an. Meistens beginnt das bei Visitenkarten und Briefbögen. Konzeptionelles Denken ist schon hier gefordert. Die Grundlagen, Voraussetzungen, Theorien zu Corporate
Design, Corporate Image und Corporate Culture werden erörtert, viele Beispiele gezeigt. Den Prozess der Entstehung eines Corporate Designs erläutert Dagmar Gorbach. Die Teilnehmer erhalten eine umfangreichere
Aufgabe für ein kleines Corporate Design. Besprochen werden zudem die Ergebnisse der Aufgabe von Plakat und Anzeige.

Ein theoretischer Rückblick erläutert die Typografie der (besseren) fünfziger Jahre.

18. und 19. Januar 2013
Bild und Typografie

Was in den Grundlagen der Gestaltung bereits erlernt wurde, erfährt hier eine angewandte Erweiterung. Die Bildkomposition und was ein gutes fotografisches Bild ausmacht erläutert der Fotograf Dominik Parzinger anhand seiner praktischen Arbeiten. Aufbau, Komposition und Grundlagen führen zu einer Betrachtung verschiedener
Bildarten und wie sie gesehen und benutzt werden.

Auch bei Infografiken handelt es sich um Bilder. Deren Palette von der populären Ergänzung bis zu technisch-wissenschaftlicher Grafik werden erläutert. Wie Bilder gelesen werden ist Thema aller Bildsorten. Und auch durch das große Gebiet der Bildsprachen und Bildwelten (vor allem in der Werbung) wird durch Martin Summ kompetent eingeführt.

22. und 23. Februar 2013
Bild-Text-Buch

Bücher, die Bilder und Texte enthalten, gehören zu einer Kategorie komplexerer Gestaltung. Komplexität auch übersichtlich zu gestalten ist ein Teil der Aufgabe. Text und Bild wollen integral verwoben sein, wobei der Begriff der Inte-gration in der Typografie seit den 1960er Jahren an Bedeutung zugenommen hat. Ein wichtiger Teil widmet sich dem typografischen Gestaltungsraster, der wiederum auf Formaten, Proportionen und gestalterischen Notwendigkeiten beruhen kann. Verschiedene Konzepte von Büchern werden erläutert. Das Wahrnehmen in Büchern führt zu einem Exkurs über didaktische Typografie
wie sie nicht nur für Schul- und Lehrbücher bedeutend ist. Als Aufgabe folgt eine Text-Bildbuch-Gestaltung. Eine Betrachtung der Buchgestaltung ab 1950 rundet die Eindrücke ab.

19. und 20. April 2013
Zeitschrift und Fachzeitschrift

Das vierte Semester beginnt mit einer Theorie der Gebrauchseigenschaften der Zeitschrift. Die Besonderheiten des Aufbaus und der Bausteine, Seitenraster, Struktur und Visualisierung werden mit der Analyse einer Zeitschrift und deren Heftkritik gekrönt. Eine aktuelle Zeitschriftenschau folgt und wird diskutiert. Die Entwürfe von Text-Bild-Büchern werden besprochen, was wiederum der Komplexität wegen sehr gut zum Thema der Zeitschriftengestaltung passt. Es folgt die Aufgabe zum Entwurf einiger Teile einer Fachzeitschrift. Und falls noch Zeit bleiben sollte, beschäftigen wir uns mit der Geschichte
der Zeitschriftengestaltung.

10. und 11. Mai 2013
Screen-Design

Print-orientierte Gestalter wundern sich manchmal, wie
anders es im Web zugeht. Manche Web-Gestalter gehen gut mit der Technik, aber schlecht mit der Gestaltung um. Dass Web-Gestaltung hervorragend sein kann, wird durch zahlreiche Beispiele gezeigt. Aber es geht vor allem um Grundsätzliches: Aufbau von Websites, Komposition
und Raster in diesem Medium, Schrift auf dem Bildschirm,
Möglichkeiten der Umsetzung, Bewegung in der Typografie oder auch einiges über den »Klang«. Also werden die Ohren auch einbezogen. Ein sehr guter Webdesigner wird in diesem Seminar zu Gast sein.

Ein kleiner Exkurs über die Geschichte der Gestaltung auf dem Bildschirm ergänzt dieses Seminar.

14. und 15. Juni 2013
System und Varianten in der Typografie

Dieses Wochenende ist vor allem ein Workshop. Nach einer
Einführung in systematische Gestaltung und deren Varianten arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an sehr vielen Varianten zu einem einfachen Gestaltungsthema. Spielerische Möglichkeiten sind
nun nach dem bisher Gelernten leicht möglich. Und man staunt, wie viele Varianten es selbst bei einer eingeschränkten Aufgabenstellung schon gibt.

19. und 20. Juli 2013
Realisierung der Gestaltung

In diesem letzten Teil wird am Beispiel der Herstellung von
Druckprodukten der organisatorische und technische Weg vom Manuskript bis zur fertig palettierten Auflage erläutert und durch praktische Beispiele dargestellt. Der heute sehr komplexe Bereich der Produktion von Drucksachen wird anschaulich und praktisch dargestellt. Die Themen: Projektmanagement, Projektabläufe, Kommunikation und Schnittstellen innerhalb und außerhalb der Firma/des Verlages, Kalkulationen, Vorbereitung von Texten und
Bildvorlagen, Druckvorstufe, Druckverfahren, Werkstoffe Papier und Farbe, Druckveredelung, Druckweiterverarbeitung, Druckabnahme und Qualitätskontrolle. Dieses Seminar leiten der Druckingenieur Matthias Hauer (Aumüller-Druck, Regensburg) und der Hersteller Peer Koop (Max Hueber Verlag, Ismaning).

Im letzten Teil stellen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in knappen Referaten ihre Studie vor.

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